Sonntag, 31. Juli 2011

Tabriz mit Kartoffelei

Having breakfast followed by Iranian dating lessons in El Goli Park.
Im letzten Moment hat unser CouchSurfer Nariman in Tabriz erfahren, dass wir nicht bei ihm bleiben können. Das ist schade, denn mit Nariman haben wir viel Spaß. Er spricht fließend Deutsch, lebt einen sehr modernen Lebensstil und möchte unbedingt reisen. Wir hoffen sehr, dass ihm dieser Traum bald in Erfüllung geht. Iranische Männer bekommen ihren Reisepass erst wenn sie ihren Militärdienst abgeleistet haben.

Nach einem Spaziergang in der nächtlichen Innenstadt und leckerer, typisch iranischer, Pizza ;-) suchen wir im landesweit bekannten Park 'El Goli' ein ruhiges Plätzchen für uns. Leider ist die vorherrschende Vegetation sehr karg, also machen wir unsere Hängematten in einer Hütte fest. Die Nacht ist angenehm. Wieder merken wir, wie unabhängig wir mit den Hennessys sind.
Am nächsten Morgen holt uns Nariman ab. Er mochte uns zeigen, wie sich junge iranische Männer und Frauen treffen und verlieben: Hier im Park.
"Zum Kennenlernen gehen wir in die Straße, in Park, in Supermarkt." (Nariman über Dating auf Iranisch)
Wir kaufen Brot und Aufstrich und setzten ins auf eine Bank. Tatsächlich sind hier sehr viele junge Leute. Jungsgruppen schlendern umher und werfen verlegene Seitenblicke auf die Frauen, die hier ausnahmsweise nur die Hälfte des Kopfes bedecken.
"Ich mag dicke Frauen! Wie finden sie Frau da vorne?" (Name der Redaktion bekannt)


Um 10 Uhr brechen wir auf. Wir haben heute einen größenwahnsinnig en 650 km-Trip nach Teheran geplant. Wir verabschieden Nariman auf der Autobahn. Schnell ist ein LKW gefunden.

Sarbi ist unheimlich freundlich. Wir reden viel, soweit das möglich ist, über alle möglichen Sachen. Er zeigt uns sein Fotoalbum: Viele Fotos mit schicken Autos und neuen Mercedes-Lastern aber auch ein paar Fotos von einem weit zurückliegenden Amerika-Urlaub.

Sarbi lädt uns zu einem sehr gewöhnungsbedürftigen Essen ein: aus einem dampfenden Kessel fischt er Kartoffeln heraus und reicht sie uns zu unserem iranischen Knäckebrot (das vergleicht nur annähernd, wie trocken es ist) und hartgekochten Eiern. Nichts für mich! Im Laden stehen gibt es auch Getränke: Sie werden in einer Badewanne gekühlt.

Zurück im Laster fahren wir bis zur nächsten großen Stadt mit. Sarbi gibt und Tonnen an Verpflegung mit. Wir sehn ihm an, wie glücklich er ist. Wir sind's auch.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen