Freitag, 29. Juli 2011

Militärkontrolle

Wir sind in Cizre, nahe der irakischen Grenze. Es ist so heiß, wie wir es noch nie erlebt haben:
"Wir haben 20 Minuten. Danach verbrennen wir."
Ein Traktor hält an - wie cool. Leider wird's damit diesmal noch nichts, denn der Bauer biegt sofort ab.
Kurze Zeit später bekommen wir einen kurzweiligen Lift ins nächste Dorf und nur Sekunden später den nächsten Richtung Sirnak. Die Landschaft wird bergiger und die Straße schmaler. Wir halten an einen ersten von vielen Miltärkontrollen. Der Soldat nimmt unsere Pässe mit und notiert sich wahrscheinlich, dass wir jetzt in der "gefährlichen Zone" sind. Imran hüpft mit dem VW Caddy über die Hügel und wir winden uns die steile Straße nach Sirnak hoch - am Schild "Hakkari" vorbei. Oben angekommen merken wir, dass Imran uns nicht verstanden hat, denn er lässt uns am Bus Terminal raus. Im Nu sind wir von einer Horde einheimischer Jugendlicher umgeben. Sie reden auf uns in Kurdisch und Türkisch ein und probieren ihr Englisch:
"Hello." "Where you frrrom?" "Hello Mister." "Bus Hakkari Mister."
Nach einer gefühlten halben Stunde hat zumindest ein Mann versucht zu verstehen, dass wir nicht mit dem Bus fahren wollen. Er ruft eine Freundin an, die am Telefon übersetzt. Diese Methode hat schon häufiger geholfen.

Sorry. We take only few pictures of the landscape. It was mind-blowing!
Wir dürfen mir einem öffentlichen Bus ein Stück fahren. Der nächste direkte Bus nach Hakkari wäre ohnehin erst am nächsten morgen gefahren und hätte so unseren Zeitplan durcheinander gebracht.
Im Bus gucken sich alle immer wieder nach uns um. Uns beeindruckt die Landschaft: Eine unbeschreiblich schöne Gebirgslandschaft, kleine Dörfer in denen traditionell gekleidete Einwohner unserem Bus hinterher gucken oder ein Stück mitfahren. Manchmal müssen wir einer Herde oder einem Erdrutsch ausweichen oder an einer weiteren Kontrolle unsere Pässe zeigen. Auf fast jeder Strafarbeit günstigen Hügelkuppe thront ein Stützpunkt. Unsere Mitfahrenden sind allesamt Kurden. Sie deuten auf die Soldaten und zeigen dann einen Vogel. Wir spüren die gegenseitige Abneigung aber nur Gastfreundschaft und Harmonie gegenüber uns. Wir versuchen in jedem Gespräch, jeder Situation sensibel darauf achten, wie wir zu handeln haben.

Bei fröhlicher kurdischer Musik schieben wir uns abermals an einer Felswand entlang und halten dann an einer Kreuzung mit starker Militärpräsenz.

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